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Der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg wurde von 1914 bis 1918 in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Ozeanen geführt. Etwa 17 Millionen Menschen verloren dadurch ihr Leben. Er begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Rumänien. Er endete am 11. November 1918 mit Serbien, Belgien, Italien, Rumänien, Japan und die USA andererseits. 40 Staaten beteiligten sich am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte, insgesamt standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen.

Der Verlauf des 1. Weltkrieg
Verlauf des Ersten Weltkrieges

Dunkelgrün = Alliierte Hellgrün = Kolonien der Alliierten Dunkel Orange = Mittelmächte Hell Orange = Kolonien der Mittelmächte Grau = Neutrale


Der Erste Weltkrieg wurde zum Nährboden für den Faschismus in Italien sowie für den Nationalsozialismus in Deutschland, damit aber auch zum Vorläufer des Zweiten Weltkriegs.

Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg in allen Lebensbereichen auslöste und wegen seiner bis in die jüngste Vergangenheit nachwirkenden Folgen gilt er als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Er markiert das Ende des Zeitalters des (Hoch-)Imperialismus.

Die Frage der Schuld am Ausbruch dieses Krieges wird bis heute kontrovers diskutiert. Auf kulturellem Gebiet bedeutete der Erste Weltkrieg ebenfalls eine Zäsur. Das vieltausendfache Fronterlebnis in den Schützengräben, das Massensterben und die notbedingten Umwälzungen des Lebensalltags auch der Zivilbevölkerung veränderten Maßstäbe und Perspektiven von Künstlern und Schriftstellern nicht allein in den nachrevolutionären Gesellschaften der Sowjetunion und der Weimarer Republik.

Veränderungen der politischen Landkarte

Die Erste Weltkrieg bewirkte erhebliche Veränderungen in der politischen Landkarte vor allem Europas. So entstanden aus Österreich-Ungarn und dem Russischen Kaiserreich die Staaten Finnland, Lettland, Litauen, Estland, die Zweite Polnische Republik, die Erste Tschechoslowakische Republik, Ungarn, Österreich und Sowjetrussland. Außerdem bildeten sich kurzlebige Staaten wie zum Beispiel die Ukrainische Volksrepublik, die Weißrussische Volksrepublik, die Demokratische Republik Aserbaidschan, die Demokratische Republik Georgien und die Demokratische Republik Armenien. Ende 1922 schlossen sich die Sowjetrepubliken zur Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (Sowjetunion, UdSSR) zusammen. Aus dem Zusammenschluss des Königreichs Serbien und des Königreichs Montenegro mit Teilen Österreich-Ungarns bildete sich das Königreich Jugoslawien.

Aus dem Osmanischen Reich gingen die Türkei sowie verschiedene Völkerbundmandate hervor, so das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon, das Britische Mandat Mesopotamien (aus dem 1932 das Königreich Irak entstand) und das Völkerbundsmandat für Palästina.

Auch die deutschen Kolonien gingen in Völkerbundmandate über, lediglich in Namibia, dem ehemaligen Deutsch-Südwestafrika, besteht heute noch eine nennenswerte deutsche Minderheit. Die Kolonialreiche bzw. Einflusszonen der Briten und jene der Franzosen erreichten nach dem Ersten Weltkrieg ihre maximale Ausdehnung.

Aufteilung der deutschen Kolonien nach dem Weltkrieg

Der Friedensvertrag von Versailles bestimmte, dass Deutschland alle ehemaligen Kolonien aufgibt. Sie kamen zunächst unter die Verwaltung des Völkerbundes, der die weitere Verwaltung bestimmte. Über Kiautschou erhielt China 1922 ein Völkerbundsmandat.

Die meisten Südseeinseln (namentlich Nördliche Marianen, die Marshallinseln und die Karolinen) kamen unter japanisches Mandat und wurden schließlich, nach dem Zweiten Weltkrieg als UN-Treuhandgebiete unter US-Verwaltung gestellt.

Die Nördlichen Marianen stehen noch heute unter amerikanischer Verwaltung; die Föderierten Staaten von Mikronesien und die Marshallinseln wurden 1990 in die Unabhängigkeit entlassen, Palau im Jahr 1994. Deutsch-Samoa wurde zum neuseeländischen Mandat Westsamoa und 1962 unabhängig. Nauru wurde australisch-britisch-neuseeländisches Völkerbundsmandat und 1968 unabhängig. Über Deutsch-Neuguinea erhielt Australien ein Mandat (Territorium Neuguinea), 1949 wurde das Gebiet mit dem ehemaligen Britisch-Neuguinea, ebenfalls unter australischem Mandat (Territorium Papua), vereinigt. 1975 wurde das Territorium Papua und Neuguinea als Teil von Papua-Neuguinea, in die Unabhängigkeit entlassen.

Die östlichen 2/3 von Togo wurden französisches Treuhandgebiet (Französisch-Togoland), die Unabhängigkeit erhielt das Land 1960, der Westen wurde der britischen Goldküste angeschlossen (Britisch-Togoland, heute Bestandteil Ghanas). Kamerun wurde 1922 geteilt. Der britische Teil kam zur Kronkolonie Nigeria, der französische stand bis zur Unabhängigkeit 1960 unter eigener Verwaltung. 1975 kam es zur Wiedervereinigung mit dem Süden des ehemaligen britischen Teils, der Norden verblieb bei Nigeria.

Deutsch-Südwestafrika wurde als Namibia als letzte Kolonie Afrikas 1990 von Südafrika in die Unabhängigkeit entlassen.

Der größte Teil Deutsch-Ostafrikas wurde britisch, Belgien erhielt die Provinzen Ruanda und Burundi (Urundi), das Kionga-Dreieck ging als letzter Territorialgewinn Portugals überhaupt an Portugiesisch-Ostafrika (Mosambik). 1961 erfolgte die Unabhängigkeit des Staates unter dem Namen Tanganjika. Dies wurde dann mit Sansibar zu Tansania vereinigt. Belgien entließ den restlichen Teil als Burundi und Ruanda 1962 in die Unabhängigkeit.

Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt ist zumindest „im weitesten Sinne ein Produkt des Ersten Weltkrieges“. Auf der Suche nach Verbündeten verteilten die Briten die erhoffte Kriegsbeute Palästina dreimal.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

Bildernachweis