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Das Kaiserreich China

Das Kaiserreich China wurde 221 v. Chr. von Kaiser Qín Shǐhuáng begründet. Es bestand damals aus mehreren zuvor eroberten kleinen Königreichen der Zeit der Streitenden Reiche und bestand 2.133 Jahre bis zur Ausrufung der chinesischen Republik durch Sun Yatsen am 1. Januar 1912 und die darauf erfolgte Abdankung des letzten Kaisers Pǔ Yí. Yuán Shìkǎi, der erste Präsident der Republik China, machte sich 1915 selbst zum Kaiser von China. Dieses sehr kurzlebige, 1916 wieder abgeschaffte Kaiserreich ist aber wie weitere spätere Restaurationsversuche geschichtlich von geringer Bedeutung.

China und das Abendland

China war im Zeitraum zwischen 500 und 1500 n. Chr. dem Abendland in fast allen Bereichen überlegen. Am deutlichsten war dieser Vorsprung in Wissenschaft und Technik ausgeprägt. So machten die Chinesen Entdeckungen, die dem Westen erst Jahrhunderte später gelangen. Bereits im 4. Jahrhundert erzielten Chinesen in Öfen solch hohe Temperaturen, dass sie Gusseisen herstellen konnten. Im 6. Jahrhundert entwickelten sie ein Verfahren zur Stahlherstellung, das im Westen erst im Jahr 1846 durch das Siemens-Martin-Verfahren erreicht wurde. Auch die Papierherstellung, das Porzellan, den Magnetkompass, den Buchdruck und das Schwarzpulver erfanden Chinesen vor den Europäern. Besonders gut waren die Chinesen in Astronomie, Mathematik, Physik, Chemie, Meteorologie und Seismologie. Ihre gegenüber den Europäern überlegenen Techniken in der Agrartechnik (beispielsweise die Entwicklung des Wendepflugs mit eisernen Pflugkappen, oder Brustgeschirr und Kummet für den Einsatz des Pferdes als Zugtier, oder die gezielte, staatlich initiierte Weiterentwicklung von Nutzpflanzen, oder die Einführung robusterer und ertragreicherer Pflanzen wie z. B. des Champa-Reis aus Vietnam) und die Anlage von Kanalsystemen ermöglichten ihnen eine effizientere und ertragreichere Landwirtschaft als den Europäern.

Chinesische Entdeckungsreisen

Zwischen 1405 und 1433 unternahm der chinesische Admiral Zheng He mit großen Flotten sieben große Expeditionen in den Pazifik und den Indischen Ozean. Dabei bekämpfte er nicht nur erfolgreich die Piraterie, sondern erforschte auch die Meere bis nach Arabien und Ostafrika. Seine Dschunken legten dabei mehr als 50.000 km zurück. Der Nachfolger des Kaisers Xuande, Zhengtong, schlug eine völlig andere Seefahrtspolitik ein. Aufgrund schwerer Naturkatastrophen in China gab er die Schatzflotte auf. Ihre enormen Kosten wurden untragbar, und man verwendete das Geld zum Wiederaufbau zerstörter Gebiete. Allerdings wurden die großen Schatzschiffe nicht zerstört, sondern vorerst nur stillgelegt. Da jedoch kein Geld für die Instandhaltung bereitstand, wurden die Schiffe nach und nach abgewrackt.

Der größte Teil von Zheng Hes Flotte wurde nach 1435 der kaiserlichen Kriegsflotte zugeteilt. Damit war die Zeit der chinesischen Entdeckungsfahrten beendet. Zur selben Zeit (1434) umfuhr der portugiesische Seefahrer Gil Eanes im Auftrag Heinrichs des Seefahrers das Kap Bojador an der Westküste Afrikas – eine wichtige Etappe bei der Entdeckung des Seewegs nach Indien und damit auch ein Schritt auf dem Weg zur europäischen Expansion.

File:Zheng-He-7th-expedition-map.svg
Route der 7. Expedition der Schatzschiffe von Zheng He (1431-1433)
  • Durchgezogene Linie: die Route der Hauptflotte von Nanjing nach Hormuz, wie in Xia Xiyang (下西洋) beschrieben.
  • Strichlinie: eine mögliche Route von Hong Bao's Abteilung nach Bengalen, Arabien und Afrika entsprechend den Vorschlägen von Dreyer (2007) (auf Grundlage von Ma Huan's Ying-yai Sheng-lan (瀛涯胜览), Ming shi und anderen Quellen.
  • Punktlinie: Reise von 7 chinesischen Aufklärern mit indischen (oder arabischen(?) Schiffen) und per Karawane von Kalkutta nach Mekka und Medina.
  • Rote Kreise: Städte die wahrscheinlich von der Flotte (oder von Teilen der Flotte) auf der 7. und/oder früheren Expeditionen besucht wurden.
  • Grüne Kreise: wichtige Plätze aus der Biografie von Zheng He und die von Ma Huan besuchten arabischen Städte.

 


Quellen

Bildernachweis

Siehe auch

Weblinks