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Landesausbau im europäischen Kontext

Unter dem Landesausbau als europäisches Phänomen versteht man einen Prozess der Besiedlung eines zuvor meist siedlungsfreien Raumes in Europa. Im Mittelalter wurde dieser Prozess auch Kolonisation genannt. Historiker gliedern den Landesausbau in zwei Phasen: Die erste Phase des Landesausbaus setzte im späten 7. Jahrhundert ein und endete mit dem Ende des 9. Jahrhunderts. Geografisch erfasste sie insbesondere den Mittelmeerraum. Die zweite Phase begann ab dem 10. Jahrhundert und umfasste Gebiete in Flandern, Italien, Südwestfrankreich und Deutschland (Deutsche Ostsiedlung).

Ab der Mitte des 13. Jahrhunderts verebbte der Landesausbau in vielen Teilen Europas.

Ursachen

Als eine Ursache der Kolonisationsbewegung sehen Wissenschaftler heute eine Zunahme des Bevölkerungswachstums zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert in Europa an. Dieser Zugewinn förderte den Landesausbau. Schon vom 7. bis 10. Jahrhundert zu einer ersten Rodungsperiode in ganz Europa. Als eine weitere Ursache wird in der Fachliteratur das gültige Erbrecht genannt, das entweder nur den ältesten Sohn in der Erbfolge berücksichtigte, während die anderen Kinder nichts erbten oder das alle Söhne zu gleichen Teilen erben ließ und somit zur Zersplitterung des Landes führte. Ebenso wurden die Wanderungsbewegungen durch Naturkatastrophen und Missernten gefördert.

Zugleich fand eine Intensivierung der Landwirtschaft statt. Neue technische Geräte wurden erfunden bzw. verbessert. Dazu zählten unter anderem die Dreschflegel, der Pflug, sowie die Egge und Wassermühle. Der Pflug ermöglichte dabei ein einfacheres Umwälzen des Ackers, sodass es möglich wurde, größere Felder zu bewirtschaften. Wind- und Wassermühlen vereinfachten den Prozess des Mahlens von Getreide. Außerdem wurde ab dem 8. Jahrhundert die Dreifelderwirtschaft als Bewirtschaftungsform innerhalb der Landwirtschaft eingeführt. Diese Neuerungen führten dazu, dass die Menschen besser versorgt werden konnten und somit ihre Zahl rapide anstieg.

Eine weitere Motivation für die Neusiedler könnten die Privilegien in den Neusiedlungsgebieten gewesen sein. Dazu zählten z.B. die Milderung der Frondienste oder die Abgabenbefreiung für sieben Jahre.

 


Siehe auch

Weblinks

Quellen

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